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Nach vorliegenden Zahlen sind über 60% des Wohnungseigentums vermietet. Berührungen zwischen Wohnungseigentumsrecht und Mietrecht sind daher alltäglich. Dennoch enthält das Wohnungseigentumsgesetz – abgesehen von der Bestimmung in § 13 I WEG, die dem Wohnungseigentümer das generelle Recht zur Vermietung einräumt, keine näheren Regelungen über die Vermietung von Wohn- und Teileigentum. Das gesetzliche Mietrecht enthält Wohnungseigentum an vermieteten Wohnungen, auf die noch näher einzugehen ist. Im Übrigen enthält auch das gesetzliche Mietrecht in den „“ 535 ff. BGB keine Regelungen, die das Verhältnis zum Wohnungseigentum betreffen.

Dieser Leitfaden soll veranschaulichen, wo die häufigsten Konfliktfelder in der Praxis zwischen Wohnungseigentums- und Mietrecht auftreten, und wie sie rechtlich zu lösen sind.

Was heißt es, Eigentümer einer Eigentumswohnung zu sein? Was gehört mir als Eigentümer überhaupt alleine? Was gehört mir nur gemeinsam mit meinen Miteigentümern? Was gehört hingegen meinen Miteigentümern alleine und was gehört ihnen nur gemeinsam mit mir? Wer repariert die zu meiner Wohnung gehörenden Fenster? Wer trägt die Kosten hierfür? Diese und noch mehr Fragen behandelt und beantwortet dieser Ratgeber, indem ausführlich dargestellt und differenziert wird, wie Sondereigentum von Gemeinschaftseigentum abzugrenzen ist und welche unterschiedlichen Rechtsfolgen sich hieraus ergeben können, je nachdem, ob ein Gebäudeteil zum Sonder- oder Gemeinschaftseigentum gehört.

Zweieinhalb Jahre nach Inkrafttreten des novellierten Wohnungseigentumsgesetzes kann sicherlich eine erste Bilanz gezogen werden.  Gemessen an den hohen Erwartungen, die mit den geschaffenen Neuregelungen verbunden waren, zeigt sich allerdings, dass die Novelle nicht allen Anforderungen der Praxis gerecht wird.

Die Bedeutung der den Immobilieneigentümer treffenden Schutz-, Vorsorge- und Sicherungspflichten darf nicht unterschätzt werden. Die an Wohnungseigentümergemeinschaften gestellten Anforderungen sind die gleichen, wie sie an jeden Grundstücksbesitzer gerichtet werden. Dabei ist die Gefahr groß, wegen einer Vernachlässigung von Verkehrssicherungspflichten haftbar gemacht oder wegen eines Verstoßes gegen behördliche Auflagen zu einem Bußgeld herangezogen zu werden. Hier sind zweckentsprechende Beschlüsse der Eigentümerversammlungen und deren konsequente Umsetzung gefragt.